Schon seit dem Schuljahr 1994/1995 wurde an der Lenau-Grundschule eine besondere Form der ganztägigen Betreuung im „Integrierter Tagesplan“ praktiziert, um schulisches und sozialpädagogisches Arbeitsfeld zu verbinden und Unterricht und Freizeitbereich miteinander zu verzahnen.
Bis zur vierten Klassen werden die Kinder von 8 bis 16 Uhr im Klassenverband von Lehrkräften unterrichtet und von Erzieherinnen oder Erziehern betreut und verbringen somit einen Großteil ihrer Lebenszeit in der Schule.
Schulzeit wird von uns als Lebenszeit verstanden, in der die Kinder ihre Fähigkeiten in vielfältiger Weise entwickeln können. Anspannung,
Entspannung, Sachlernen, freies Spielen, kreatives Gestalten, musische Betätigung, Gespräch, Bewegung, Ruhefinden usw. sind Elemente
dieses ganzheitlichen Lernprozesses.
Lehrer/innen und Erzieher/innen bieten als Team einen für die Kinder überschaubaren und als Einheit erlebbaren Rahmen, der ihnen klare
Orientierung ermöglicht.
Ganztagsgrundschule wird so zum vielfältig genutzten Lebensraum und für die Kinder ergibt eine einheitliche pädagogische Linie.
Im Erleben von Kindern sind Spielen und Arbeiten keine voneinander getrennten Tätigkeitsformen. Der Integrierte Tagesplan schafft für
die Kinder einen Lebensraum, in dem Lernen und Freizeit eng miteinander verzahnt sind.
Lehrer/innen und Erzieher/innen können im gegenseitigen Austausch gemeinsame Projektthemen entwickeln und damit kindlichen Lernformen
entgegen kommen und die Motivation der Kinder stärken. Verschiedene Bildungsinhalte werden so aufeinander bezogen.
Lehrer/innen und Erzieher/innen sind für die Kinder über den ganzen Schultag verteilt gleichberechtigte Ansprechpartner. Für ihre unterschiedlichen Aktivitäten stehen jeder Klasse zwei miteinander verbundene Räume zur Verfügung. Durch diese räumliche Nähe ergibt sich für die Kinder ein Tagesablauf, in dem Lernen in unterrichtlichen Zusammenhängen und freiem oder gelenktem Spiel verbunden stattfindet.
Dadurch schafft der Integrierte Tagesplan ein kindgemäßes Lernumfeld, in dem sich die kindliche Lernfreude best möglich entfalten kann. So erfüllt er den Bildungsauftrag der Ganztagsschule in optimaler Weise.
Die Kinder arbeiten nach Wochen- oder Tagesplänen mit unterschiedlichen, an der individuellen Leistungsfähigkeit gemessenen Anforderungen. Dabei wird sowohl nach Umfang und Schwierigkeit der Arbeiten als auch nach Arbeitsweisen differenziert.
Im Zentrum des Unterrichts stehen neben lehrgangsorientierten Inhalten des Deutsch-, Mathematik- und Fremdsprachenunterrichts Sachthemen, die für die Kinder projekt-, handlungs- und erlebnisorientiert aufbereitet werden, so dass verbundenes Sprach- und Sachlernen möglich wird.
Mindestens zweimal wöchentlich liegt der Unterricht in den Nachmittagsstunden.
Hausaufgaben werden möglichst vermieden.
Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten unterstützt er /sie einzelne Kinder oder Kindergruppen während
der Unterrichtszeit. Für die Kinder gibt es auch außerhalb des Unterrichts die Möglichkeit an den
unterrichtlichen Aufgaben weiter zu arbeiten.
Auch können im Unterricht begonnene Projekte während der Freizeitbetreuung fortgesetzt werden.
Ebenso kann der/die Erzieher/in in der Freizeitbetreuung auftauchende Fragestellungen der Kinder für eine unterrichtliche Aufarbeitung an die Lehrkräfte weitergeben.
Die Erzieherin oder der Erzieher der Klasse betreut die Kinder auch beim Mittagessen.
Um diese Sichtweisen aufeinander abzustimmen und Informationen über pädagogische
und inhaltliche Fragen auszutauschen, trifft sich das Team einmal pro Woche zu einem festen Gesprächstermin.
Durch ihre gleichzeitige Anwesenheit während des Unterrichts und bei Projekten erleben Lehrer/innen und
Erzieher/innen die Kinder in denselben Situationen. Das stärkt das gemeinsame Verständnis von einzelnen
Kindern und der Klassensituation.
Bei Gesprächen mit Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern bildet dieses gemeinsame Verständnis
eine gute Grundlage.
Für die Kinder schaffen die Teammitglieder mit ihren Absprachen eine klare Orientierung und eindeutige Regeln für den Umgang miteinander und werden so für sie zu gleichberechtigten Ansprechpartner/innen.
Einer dieser Räume wird für den unterrichtlichen Bedarf hergerichtet, der andere dient vorrangig der Freizeitgestaltung. Beide Räume werden ganztägig genutzt.
Dazu gehören zum Teil ein großer Flurbereich, Nebenräume für die Garderobe der Kinder, die Arbeitsmaterialien der Lehrkräfte und Erzieher/innen oder eine kleine Küche.