Integrierter Tagesplan
Grundsätzliches - Schule ist Lebenszeit
Die Lenau-Grundschule ist im Schuljahr 2011/2012 von der
Schulanfangsphase bis zu den vierten Klassen eine gebundene Ganztagsgrundschule,
die von 370 Schülerinnen und Schülern besucht wird.
Schon seit dem Schuljahr 1994/1995 wurde an der Lenau-Grundschule eine besondere Form der ganztägigen Betreuung im „Integrierter Tagesplan“
praktiziert, um schulisches und sozialpädagogisches Arbeitsfeld zu verbinden und Unterricht und Freizeitbereich miteinander zu verzahnen.
Bis zur vierten Klassen werden die Kinder von 8 bis 16 Uhr im Klassenverband von Lehrkräften unterrichtet und von Erzieherinnen oder Erziehern
betreut und verbringen somit einen Großteil ihrer Lebenszeit in der Schule.
Schulzeit wird von uns als Lebenszeit verstanden, in der die Kinder ihre Fähigkeiten in vielfältiger Weise entwickeln können. Anspannung,
Entspannung, Sachlernen, freies Spielen, kreatives Gestalten, musische Betätigung, Gespräch, Bewegung, Ruhefinden usw. sind Elemente
dieses ganzheitlichen Lernprozesses.
Lehrer/innen und Erzieher/innen bieten als Team einen für die Kinder überschaubaren und als Einheit erlebbaren Rahmen, der ihnen klare
Orientierung ermöglicht.
Ganztagsgrundschule wird so zum vielfältig genutzten Lebensraum und für die Kinder ergibt eine einheitliche pädagogische Linie.
Im Erleben von Kindern sind Spielen und Arbeiten keine voneinander getrennten Tätigkeitsformen. Der Integrierte Tagesplan schafft für
die Kinder einen Lebensraum, in dem Lernen und Freizeit eng miteinander verzahnt sind.
Lehrer/innen und Erzieher/innen können im gegenseitigen Austausch gemeinsame Projektthemen entwickeln und damit kindlichen Lernformen
entgegen kommen und die Motivation der Kinder stärken. Verschiedene Bildungsinhalte werden so aufeinander bezogen.
Lehrer/innen und Erzieher/innen sind für die Kinder über den ganzen Schultag verteilt gleichberechtigte Ansprechpartner.
Für ihre unterschiedlichen Aktivitäten stehen jeder Klasse zwei miteinander verbundene Räume zur Verfügung.
Durch diese räumliche Nähe ergibt sich für die Kinder ein Tagesablauf, in dem Lernen in unterrichtlichen Zusammenhängen und
freiem oder gelenktem Spiel verbunden stattfindet.
Dadurch schafft der Integrierte Tagesplan ein kindgemäßes Lernumfeld, in dem sich die kindliche Lernfreude best möglich
entfalten kann. So erfüllt er den Bildungsauftrag der Ganztagsschule in optimaler Weise.
Ziele
Ziel der unterrichtlichen und sozialpädagogischen Arbeit ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten und sozial
denkenden und fühlenden Persönlichkeiten zu unterstützen.
Sie sollen insbesondere
-
die in den Rahmenlehrplänen umrissenen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und anwenden, Zusammenhänge erkennen
und Erklärungen verstehen (Sachkompentenz),
-
das Lernen lernen, wozu selbstreguliertes Lernen, Selbstorganisation und die Entwicklung eigener
Lernstrategien gehören,
-
in Gruppen und mit Partnern spielen und arbeiten und mit anderen problembezogen kommunizieren können,
d. h. Team- und Kommunikationsfähigkeit entwickeln (Soziale Kompetenz) und
-
lernen, über sich selbst nachzudenken und eigene Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und
mitteilen zu können (Personale Kompetenz).
Um diese Ziele zu verwirklichen bedarf es einer Ausstattung mit qualifiziertem
Personal in einem Umfang, der
die kontinuierliche und individuelle Betreuung der Kinder ermöglicht.
Unterricht
In der Regel unterrichten in einer Klasse zwei Lehrer/innen. Sie planen gemeinsam, so dass jede/r
den Überblick über das gesamte unterrichtliche Geschehen hat.
Wenn beide Lehrkräfte während des Unterrichts gleichzeitig in der Klasse sind, teilen sie entweder
die Kinder in Gruppen auf oder geben ihnen gemeinsam individuelle Unterstützung.
Die Kinder arbeiten nach Wochen- oder Tagesplänen mit unterschiedlichen, an der individuellen
Leistungsfähigkeit gemessenen Anforderungen. Dabei wird sowohl nach Umfang und
Schwierigkeit der Arbeiten als auch nach Arbeitsweisen differenziert.
Im Zentrum des Unterrichts stehen neben lehrgangsorientierten Inhalten des
Deutsch-, Mathematik- und Fremdsprachenunterrichts Sachthemen, die für die
Kinder projekt-, handlungs- und erlebnisorientiert aufbereitet werden, so
dass verbundenes Sprach- und Sachlernen möglich wird.
Mindestens zweimal wöchentlich liegt der Unterricht in den Nachmittagsstunden.
Hausaufgaben werden möglichst vermieden.
Sozialpädagogische Arbeit
Die sozialpädagogische Arbeit leistet ein/e Erzieher/in. Er/Sie plant und organisiert die Freizeitgestaltung.
Im wöchentlichen Teamgespräch wird er/sie über das Unterrichtsgeschehen informiert und stimmt die eigene
Planung mit den Lehrer/innen ab.
Im Rahmen der zeitlichen Möglichkeiten unterstützt er /sie einzelne Kinder oder Kindergruppen während
der Unterrichtszeit. Für die Kinder gibt es auch außerhalb des Unterrichts die Möglichkeit an den
unterrichtlichen Aufgaben weiter zu arbeiten.
Auch können im Unterricht begonnene Projekte während der Freizeitbetreuung fortgesetzt werden.
Ebenso kann der/die Erzieher/in in der Freizeitbetreuung auftauchende Fragestellungen der Kinder
für eine unterrichtliche Aufarbeitung an die Lehrkräfte weitergeben.
Die Erzieherin oder der Erzieher der Klasse betreut die Kinder auch beim
Mittagessen.
Arbeit im Team
Im Integrierten Tagesplan arbeiten mit Lehrer/innen und Erzieher/innen zwei Berufsgruppen
miteinander, die durch ihre unterschiedlichen Tätigkeiten jeweils einen anderen Blick auf die Kinder haben.
Um diese Sichtweisen aufeinander abzustimmen und Informationen über pädagogische
und inhaltliche Fragen auszutauschen, trifft sich das Team einmal pro Woche zu einem festen Gesprächstermin.
Durch ihre gleichzeitige Anwesenheit während des Unterrichts und bei Projekten erleben Lehrer/innen und
Erzieher/innen die Kinder in denselben Situationen. Das stärkt das gemeinsame Verständnis von einzelnen
Kindern und der Klassensituation.
Bei Gesprächen mit Eltern und außerschulischen Kooperationspartnern bildet dieses gemeinsame Verständnis
eine gute Grundlage.
Für die Kinder schaffen die Teammitglieder mit ihren Absprachen eine klare Orientierung und eindeutige
Regeln für den Umgang miteinander und werden so für sie zu gleichberechtigten Ansprechpartner/innen.
Räumlichkeiten
Für jede Klasse stehen zwei miteinander verbundene
Räume in Klassenraumgröße zur Verfügung.
Einer dieser Räume wird für den unterrichtlichen Bedarf hergerichtet, der andere dient vorrangig der Freizeitgestaltung.
Beide Räume werden ganztägig genutzt.
Dazu gehören zum Teil ein großer Flurbereich, Nebenräume für die Garderobe der Kinder, die Arbeitsmaterialien der
Lehrkräfte und Erzieher/innen oder eine kleine Küche.