Die Lenau-Grundschule ist eine gebundene Ganztagsgrundschule
in der
Nostitzstraße 60
in 10961 Berlin-Kreuzberg
Tel: 030-818588-11 (Sekretariat)
Email: sekretariat@lenau.schule.berlin.de
Individuelle Förderung
Grundsätzliches
Das Selbstverständnis der Lehrer/innen und Erzieher/innen in Bezug auf die individuelle Förderung der Kinder ist im Leitbild der Lenau-Grundschule festgehalten. Unter der Überschrift „Unsere Schule verbindet unterrichtliches und außerunterrichtliches Lernen“ formulieren sie dazu:
„Der Unterrichtsbereich und der außerunterrichtliche Bereich sind gleichermaßen Teil in einem ganzheitlich verstandenen Bildungsprozess. Arbeit und Spiel sind im kindlichen Lernen untrennbar miteinander verbunden. Aus diesem Grund arbeiten Lehrer/innen und Erzieher/innen an unserer Schule in Teams, planen gemeinsam den Ablauf der Woche und stehen in engem Austausch zu pädagogischen Themen. Unterrichtliche und außerunterrichtliche Inhalte werden miteinander verzahnt, wodurch der Tagesablauf für die Kinder eine Einheit bildet. In einem rhythmisierten Tagesablauf wechseln sich kognitive, kreative und motorische Angebote ab. Der Unterricht wird binnendifferenziert und projektorientiert organisiert. Dabei stehen Leistung und Förderung gleichberechtigt nebeneinander. So fördern wir die individuelle Lern- und Leistungsentwicklung der Kinder.“
Pädagogische Ziele
Ziel der unterrichtlichen und sozialpädagogischen Arbeit ist es, die Kinder in ihrer Entwicklung zu selbstbewussten und sozial denkenden und fühlenden Persönlichkeiten zu unterstützen.
Sie sollen insbesondere
  • die in den Rahmenlehrplänen umrissenen Kenntnisse und Fertigkeiten erwerben und anwenden, Zusammenhänge erkennen und Erklärungen verstehen (Sachkompentenz),
  • das Lernen lernen, dazu gehören selbstreguliertes Lernen, Selbstorganisation, Entwicklung eigener Lernstrategien und die Fähigkeit zu Metakommunikation und Metainteraktion (Methodenkompetenz),
  • in Gruppen und mit Partnern spielen und arbeiten und mit anderen problembezogen kommunizieren können , d. h. Team- und Kommunikationsfähigkeit entwickeln (Soziale Kompetenz) und
  • lernen, über sich selbst nachzudenken, eigene Gefühle und Gedanken wahrzunehmen und mitteilen zu können (Personale Kompetenz).
Differenzierungsformen und –inhalte im Unterricht

Diese Ziele wirken auf die vorfachliche Arbeit in den Klassenstufen 1 bis 4 ebenso wie auf den fachorientierten Unterricht der 5. und 6. Klassen und bestimmen die Organisation der Unterrichtsverteilung und die Arbeitsformen in den Klassen.

Ein Grundprinzip der pädagogischen Arbeit ist die Kooperation der Lehrerinnen und Lehrer. Um genaue Absprachen zu ermöglichen und den direkten Bezug zum Unterrichtsgeschehen zu erhalten, werden Sprachförderungs- bzw. DaZ- Stunden und Förderstunden hauptsächlich parallel gesteckt
Zur Unterstützung der differenzierenden unterrichtlichen Arbeit werden Erzieherinnen und Erzieher in das Unterrichtsgeschehen eingebunden.

Klasse 1 bis 4

  • In den Klassen 1bis 4 arbeiten möglichst zwei Lehrerinnen so eng zusammen, dass beide den Überblick über sämtliches unterrichtliche und pädagogische Geschehen haben. Wenn es organisatorisch nötig ist, können der Sport-, Musik- oder Kunstunterricht ausgelagert werden.
  • Eine strenge Trennung nach Unterrichtsbereichen findet nicht statt. Die Lehrerinnen planen das gesamte Unterrichtsgeschehen zusammen und bereiten sich einzeln schwerpunktmäßig auf bestimmte Themen vor.
  • Die Kinder arbeiten nach Wochen- oder Tagesplänen mit unterschiedlichen, an der individuellen Leistungsfähigkeit gemessenen Anforderungen. Differenziert wird sowohl nach Umfang und Schwierigkeit der Arbeiten als auch nach Arbeitsweisen.
  • Im Zentrum des Unterrichts stehen Sachthemen oder Themen mit kulturellen Schwerpunkten wie z. B. Literatur, Film, Theater, Tanz, Kunst und ästhetischen Darbietungsformen. die für die Kinder projekt-, handlungs- und erlebnisorientiert aufbereitet werden, so dass verbundenes Sprach- und Sachlernen möglich wird.
Falls ein Lehrerinnenwechsel für die 5. und 6. Klasse geplant ist, wird dieser bereits in der 4. Klasse angebahnt.

Klasse 5 und 6

  • Auch in den 5. und 6. Klassen übernehmen nur zwei – höchstens drei -Kolleginnen den Unterricht in den Haupt- und Sachfächern, wenn möglich auch in den musischen Fächern und Sport – damit soviel wie möglich gemeinsam und fächerübergreifend geplant werden kann und für die Kinder überschaubare Regeln des Zusammenlebens und – lernens in den Klassen gültig sind.
  • Frontalunterricht wird soweit wie möglich ersetzt durch fächerübergreifenden, projektorientierten Unterricht und Wochenplan – oder verwandte themenzentrierte Arbeit. Um projektorientierte Arbeit zu ermöglichen, werden die Sachfächer (Geschichte, Biologie und Erdkunde) epochal unterrichtet.
  • Durch Binnendifferenzierung im Unterricht ist es möglich, Kinder mit sehr unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund zu erreichen, zum Lernen zu motivieren und auf ihre individuellen Lernbedürfnisse einzugehen. Doppelsteckungen von Lehrkräften ermöglichen sowohl kooperativen Unterricht als auch kooperativen Teilungsunterricht, d. h. entweder unterrichten die Lehrer/innen die Kinder gemeinsam im Klassenverband auf verschiedenen Niveaustufen oder die Klasse wird in zwei Gruppen geteilt.
  • Die Gruppenzugehörigkeit der Kinder und die Gruppengröße sind beim Teilungsunterricht nicht festgeschrieben. Sie kann je nach Thema abhängen vom Leistungsstand, von der Geschlechtszugehörigkeit, der Interessenslage oder der sozialen Zusammensetzung.
  • Sowohl in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik als auch in Geschichte, Biologie und Erdkunde werden folgende Differenzierungsformen in verschiedener Ausprägung praktiziert:
    • Übungsaufgaben werden differenziert nach Umfang, Schwierigkeitsgrad und/oder der Verwendung von Hilfsmitteln.
    • Es werden verschiedene Lerninhalte angeboten.
    • Die Kinder bekommen Tages- oder Wochenpläne zugeteilt, die sich im Umfang und Schwierigkeitsgrad unterscheiden.
    • Es gibt Wahlmöglichkeiten für die Kinder. Sie können mit Beratung der Lehrerinnen Schwierigkeitsgrad und Umfang ihrer Aufgaben auswählen.
    • Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler erarbeiten eigenständig vorgegebene oder selbst ausgewählte Lerninhalte und präsentieren sie der Klasse.
    • Die Arbeit an Unterrichtprojekten erfolgt arbeitsteilig, auf verschiedenen Tätigkeitsniveaus- von praktischen bis zu geistigen Tätigkeiten- und fächerübergreifend. Themen dazu werden entweder vorgegeben oder mit den Klassen erarbeitet. Individuelle Fragestellungen der Kinder tragen zur Umreißung individueller Aufgaben bei, wodurch sich eine große Bandbreite von unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad und Arbeitsumfang ergibt. Im Projekt werden sowohl gemeinsame Ziele der Klasse (z. B. Ausstellung, Dokumentation, Präsentation auf einem Elternabend, Videobrief usw.) als auch individuelle Ziele verfolgt.
    • Auch Hausaufgaben, sofern sie nicht zu vermeiden sind, werden nach Schwierigkeitsgrad und Umfang differenziert.
  • Im Wahlpflichtunterricht WUV werden im Schuljahr 2009/2010 folgende Kurse angeboten: Französisch, Spanisch, Arabisch, Musik, Mathe-Ass, Computerführerschein, Schreibwerkstatt, Stadtspaziergänge, Werde Naturforscher!, Wollwerkstatt und Fit durch Bewegung.
Ergebnisse
Neben guten Ergebnissen in Klassen-, Gruppen- oder Einzelarbeiten zeigen sich die Erfolge der individuellen Förderung auch an
  • der geringen Anzahl von Gewalttätigkeiten,
  • beeindruckenden Präsentationen der Ergebnisse von Projektunterricht,
  • Musik- und Theateraufführungen in und außerhalb der Schule, z. B. in Zusammenarbeit mit der Philharmonie
  • Preisverleihungen, z. B. für
    • im Englischunterricht entstandene Videos („Welcome to Berlin“, „Welcome to Kreuzberg“),
    • die im Deutschunterricht entstandene Ausstellung zu „Ronja Räubertochter“,
    • im Unterricht entstandene Kurzfilme,
    • einen im Musikunterricht erarbeiteten Tanz,
  • mehreren Theaterproduktionen in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Theaterpädagogik der UdK Berlin
  • und an der – gemessen an der Zusammensetzung der Schülerschaft – zufrieden stellenden Zahl von gymnasialen Empfehlungen (durchschnittlich 30% eines Jahrgangs). Fast alle Kinder schaffen an der Oberschule das Probehalbjahr, wenn sie ihrer Empfehlung folgen.