Die Lenau-Grundschule ist eine gebundene Ganztagsgrundschule
in der
Nostitzstraße 60
in 10961 Berlin-Kreuzberg
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Anfahrts/Wegbeschreibung
Schafe an der Lenau-Schule
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Besuch bei den Lenauer Schafen am 19. März 2011

Liebe Lenauer,

gestern ist Frau Raupach zu den Schafen mitgekommen. Frau Raupach ist Tierheilpraktikerin (….und ich muss sagen: eine sehr gute!) und kennt und behandelt unsere Schafe seit vielen Jahren. Sie hat sich alle angeschaut und wird sich zu den alten Schafen überlegen, was wir ihnen an homöopathischen Medikamenten geben können.

Auf den Bildern kann man Frau Raupach inmitten der „Mütterherde“ sehen, vorne auf dem einen Bild ist Fleckchen zu sehen. Fleckchen ist mit ihren zwanzig Jahren noch „fit wie ein Turnschuh“, sie ist Willis Zwillingsschwester, also genauso alt wie er. Willi und Fleckchen haben die beste Filzwolle. Sie filzt im Nu ganz fest zusammen und ist sehr belastbar, z.B. für Filzpantoffeln.

Hier kann man ein Paar Filzpantoffeln aus Fleckchens Wolle sehen, die im Wahlunterricht „Wolle“ entstanden sind und von Kindern hergestellt wurden:

Auf der „Lenauer Weide“ sah sich Frau Raupach unsere anderen Schafe an. Sie meinte, sie sind alle außerordentlich gesund und kräftig und voller Lebensfreude. Bei Daphne kann man das wieder besonders gut sehen:

Dann saßen wir noch hinten bei den großen Weiden und unterhielten uns und Thilus war die ganze Zeit ganz nah dabei, so, als hörte er zu. Da erinnerte ich mich, dass er das früher oft so gemacht hatte, wenn Frau Biel und ich im Gehege auf dem kleinen Hof zusammen standen und uns unterhielten. Er mag das wohl besonders. Mit mir alleine hat er es nicht so sehr. Wenn aber ein Mann daherkommt, ist er sofort da. Er liebt Männerstimmen und die Personen, die zu den Männerstimmen gehören, und damit kann ich nun leider nicht dienen. Thilus lebte in seiner Lämmerzeit mit Ernesto, unserem Schafscherer, zusammen, er nahm ihn hoch mit in seine Wohnung, und deshalb kann Thilus auch Treppen hochsteigen. Das war seine erste Zeit mit Ernesto, und deshalb ist Thilus ein „Männerschaf“ geworden. Thilus war später auf dem kleinen Hof zusammen mit Nello am zutraulichsten. Er war, da seine Mutter gestorben war, ein Flaschenkind gewesen und somit besonders an Menschen gewöhnt. Darum kam er auch immer an den Zaun und ließ sich von den Kindern streicheln.

Hier ist ein Bild, das die Schafschur im Jahr 2004 zeigt, vorne ist Thilus zu sehen.

Na ja, wir saßen gestern noch lange zusammen, Frau Raupach und ich, und Thilus, der die ganze Zeit bei uns blieb, stand dabei. Wir erzählten uns dies und das, bis wir plötzlich merkten, dass die Sonne schon recht tief stand und dass es Zeit war, nach Hause zu fahren.

Es war ein schöner, sehr erholsamer Tag gewesen.

Frau Klingler fragte mich, ob Kinder Lust hätten, etwas auf dem Hof zu arbeiten. Während des Winters ist um die Heuraufe herum ein großer Berg Heu entstanden. Er müsste mit Schubkarren weggefahren und auf der Weide verteilt werden, sonst kann an der Stelle kein Gras wachsen. Auch Maulwurfhaufen müssten „platt gemacht“ werden. Wenn der Bauer das macht, nennt man das „eggen“, damit das neue Gras gleichmäßig wachsen kann. Ich werde meine Schüler fragen, ob sie ein wenig Lust auf körperliche Arbeit haben. Wenn ja, werden wir bald nach Garz fahren und dort bestimmt einen schönen Tag verbringen.

Viele Grüße

Christa Brenner-Nees

Besuch bei den Lenauer Schafen am 12. März 2011
Am Samstag, dem 12.3.2011 war ein wunderbares Frühlingswetter.

Wie immer, waren die Lenauer Schafe tagsüber draußen. Es gibt bei der Alten Schäferei Klingler in Garz bei Neuruppin, wo unsere Schafe jetzt zu Hause sind, drei verschiedene Gruppen, zwei Herden und eine Altengruppe.

Die erste Herde sind die Lenauer Schafe, die in guter körperlicher Verfassung sind. Herr Klingler nennt sie immer die "Pensionäre", denn sie müssen nichts leisten, dürfen sich einfach über ihr Leben freuen und es wird nichts von ihnen verlangt.

Die zweite Herde sind die "Muttern", also die Mütter.

Sie gehören der Familie Klingler und es sind weibliche Tiere, die einmal im Jahr ihre Jungen, die Lämmer bekommen. Zur Zeit gibt es einen großen Kindersegen, es sind schon viele Lämmer da.

Die dritte Gruppe sind die "Senioren", es sind Willi, Fleckchen ( beide 19 oder 20 Jahre) und Conny, 16 Jahre alt.

Die Mütter und die Senioren sind nachts im großen Stall, aber getrennt. Nur die kleinen Lämmer wieseln von einer Seite zur anderen, und es kommt vor, dass einige der Lämmer auch bei Conny, Fleckchen und Willi liegen. Wenn sie Milch brauchen, krabbeln sie durch Lücken zu ihren Müttern zurück.

Es gibt noch eine vierte Gruppe, das sind die Schafe, die ihr Lamm oder ihre Lämmer -- oft sind es zwei -- noch nicht bekommen haben. Sie wechseln später zur Müttergruppe.

Willi, Conny und Fleckchen leben also sehr geschützt, aber umgeben von all den anderen Schafen und den Lämmchen. Man kann sehen, dass es ihnen gefällt.

Willi hat ein Problem mit seinem rechten Vorderfuß. Das wird sich Frau Raupach, die Tier-Homöopathin, die ihn und die anderen seit etwa acht Jahren behandelt, am nächsten Samstag einmal ansehen. Conny wird immer schwächer und steifer, aber sie genießt den Frühling trotz ihres Alters sehr.

Das ist bei Tieren sehr beeindruckend: Sie nehmen die Gebrechlichkeiten auf sich und leben damit. Sie klagen nicht, auch wenn sie sicher Schmerzen haben. Sie zeigen damit, dass sie es als wichtig und schön empfinden, lebendig zu sein und leben in den Grenzen, die ihnen das Alter steckt, mit großer und sichtbarer Freude. Da hat man manchmal das Gefühl, man könne von ihnen noch etwas lernen...

Die Lenauer Schafe – ein kleiner Rückblick
Früher bestand die kleine Herde der Lenauer Schafe aus vier bis fünf Tieren. Es war immer ein Schafsbock dabei. Der erste hieß Friedrich, dann kam Lino, später war es Pünktchen und schließlich Balou.
Bei den Schafsböcken ist es so, dass sie, wenn sie älter werden, gefährlich sind. Sie nehmen Anlauf, wenn man ihnen den Rücken zuwendet – und plötzlich wird man so stark von hinten angestoßen, dass man umfällt.
In der Natur beschützt der Bock seine Herde und er kämpft gegen andere Schafsböcke, die seine Herde übernehmen wollen. So ist der zeugungsfähige Schafsmann ein guter Beschützer für die Tiere. Wenn die Tiere aber „in Gefangenschaft“ gehalten werden, dann kann der Schafsbock für den Halter zur Gefahr werden.
Ein Bekannter, der im Schwarzwald Bauer war und Kühe hielt, und dabei waren auch zeugungsfähige und große Bullen, sagte, er habe mehr Respekt vor einem Schafsbock als vor einem Kuhbullen. Er kannte Schafshalter, die von ihrem Bock schwer verletzt worden waren.
Auch unsere Hausmeister, Herr Vogel und Frau Gottschalk, die damals die Schafe betreuten, hatten Respekt vor Lino. Wir hatten am Gehege Schilder angebracht, die besagten, dass niemand hinübersteigen sollte, weil es gefährlich war. Dies schützte die Schafe auch vor fremden, möglicherweise zudringlichen Besuchern...Der Nachteil war, dass man nicht einfach mit Kindern ins Gehege gehen konnte.
So war es wie immer, alles hat seine Vor- und Nachteile.
Pünktchen war ganz anders. Er war auch als erwachsenes Tier sehr friedlich. Ich habe mich immer sehr gefreut, dass man, ohne Angst vor ihm zu haben, das Gehege betreten konnte.
Leider starb er früh an einer so genannten „Pansenazidose“, einer Übersäuerung des Magens. Damals, das war so Anfang der 90er Jahre, fütterte man den Schafen Küchenabfälle, Reste von Kartoffeln, Kohl usw. Damals starb immer einmal wieder ein Schaf. Frau Biel, die damals die Schafe mit betreute, hat veranlasst, dass den Schafen keine Küchenabfälle mehr gefüttert wurden. Seitdem haben wir kein Schaf mehr frühzeitig durch Krankheit verloren, man kann sagen, seit fast zwanzig Jahren nicht mehr! So wichtig ist eine richtige Ernährung!
Schafe haben vier Mägen. Sie sind reine Pflanzenfresser, und um das magere Gras für sich zum Verwerten aufschließen zu können, schlucken sie es erst einmal herunter. Dann, wenn sie später irgendwo in Ruhe liegen, holen sie es wieder herauf und zermahlen es zwischen ihren hinteren Backenzähnen, bis es ein grüner, flüssiger Brei ist, Dann geht es durch die anderen Mägen hindurch.

Es ist schon erstaunlich, dass Schafe, und auch Kühe, so einen großen starken Körper nur aus mageren Pflanzen aufbauen können. Das können sie mit ihren vier Mägen und ---- mit GANZ VIEL ZEIT!!! Zeit und Ruhe sind wichtig, damit diese Arbeit vom Körper geleistet werden kann.

Von dieser Ruhe und diesem Gefühl für Zeit geben Schafe dem, der mit ihnen zusammen ist und der es spüren kann, etwas ab. Wer Zeit mit Schafen verbringt, der spürt etwas davon, wie die Zeit langsamer vergeht, wie Dinge, die man sonst nicht bemerkt, sich in einem selbst trauen, hochzukommen und wie schön das alles ist. Man könnte also sagen, das Zusammensein mit Schafen hat eine therapeutische Wirkung, wenn man sich auf sie einlässt.

Wie schön ist es auch gewesen, wenn man vielleicht Kummer hatte und man konnte auf dem kleinen Hof so ein großes ruhiges Tier streicheln! Das ist doch schon etwas Anderes als ein Kaninchen?! Das gibt viel mehr Trost und innere Ruhe und Zufriedenheit. Womit ich gar nichts gegen Kaninchen gesagt haben möchte..
Wir hatten immer einen Amtstierarzt, der unsere Tiere betreute. Hier hörten wir immer, dass unsere Haltung nicht ideal sei, aber gut vertretbar, besonders im Vergleich zu dem, was die Tierärzte sonst so sehen.

In der frühen Zeit der LenauSchule liefen die Schafe am Wochenende ja noch auf dem ganzen Hof herum! Na, später kamen dann Leute und sagten, das geht nicht. Dass wir früher als Kinder auf dem Bauernhof im Stall und neben dem Misthaufen spielten und vielleicht dadurch heute weniger an Allergien leiden als Erwachsene, die als Kinder nur in „vollhygienischen“ Verhältnissen lebten, das kann man heute schon manchmal lesen, beweisen kann man das aber nicht.

Also sollten die Schafe immer im Pferch bleiben.Es waren, wie gesagt, immer etwa vier Schafe. Eines war der Bock,und lange Jahre waren es auch Fleckchen und Conny als weibliche Schafe. Dazu kamen dann immer die Lämmchen, die im Frühjahr zur Freude der Schulkinder geboren wurden. Ein griechischer Mann schor die Schafe mit einer Handschere, er konnte das sehr gut. Aber nach Ostern waren die Jungen immer weg....

Irgendwann wurde das Gehege zum Teil gepflastert, Frau Biel hatte das veranlasst.Die Steine sind gut für die Hufe der Schafe. Wir hatten auch niemals Klauenkrankheiten, die Steine halfen, die Klauen (Hufe) sauber zu halten und sorgten für Abnutzung, so wie es in der Natur auch ist, wenn Schafe sich auf steinigem Boden bewegen.

Ich werde versuchen, ein paar Fotos von früher aufzutreiben, auch, wo man die Hühnerhaltung noch sieht. Die Hühner liefen frei auf dem Hof herum.

Wahrscheinlich würde man heute Hygienevorschriften bekommen, so dass man die Hühner einsperren müsste, weil ja gleichzeitig die Sandkisten auf dem Hof sind, in denen die Kinder spielen.

Ja, man ist da viel strenger geworden, und aus Furcht, man könnte eine Anzeige bekommen, riskiert man nichts mehr, alles ist geregelt, vor allem das, was man nicht darf. Auch die Schafhaltung auf dem kleinen Hof ist immer schwieriger geworden mit den Jahren.

Es gab etwas, das wunderbar und erstaunlich war: In der LenauSchule war die Schafhaltung anerkannt. Alle sprachen gut über die Schafe, viele Kinder liebten die Schafe und waren stolz darauf, dass unsere Schule so etwas Besonderes hatte. Deshalb ist den Schafen in diesen vielen Jahren mitten in der Stadt niemals etwas zugestoßen. Niemand hat ihnen wirklich etwas getan. Wahrscheinlich, weil alle in der Umgebung wussten, dass die Schafe gemocht wurden und dass es nicht gut wäre, ihnen etwas anzutun.

Die Schafhaltung war, wenn man es in der heutigen Sprache sagen will, ein von allen heute gesuchtes „Alleinstellungsmerkmal“ der LenauSchule! In ganz Berlin wussten Leute so ungefähr – da war doch was? LenauSchule? Ist das nicht die Schule mit den Schafen? So bekannt war das in der weiteren Umgebung und so geschätzt in der engeren Umgebung der LenauSchule.

Viele Grüße
Christa Brenner-Nees

Liebe Lenauer!

Bald ist die LenauSchule dreißig Jahre alt! Wie viele Erfahrungen und Erlebnisse stecken in einem solchen Satz! Doch dreißig Jahre LenauSchule heißt auch: Fünfundzwanzig Jahre Schafshaltung auf dem kleinen Hof!
Das war etwas ganz Besonderes. Viele Menschen erzählten, wie sehr es ihnen ein schönes Gefühl gab, die Schafe und auch den Hahn, den es einmal gab, rufen zu hören und die Tiere da auf dem Hof zu wissen.
Auch ich, als ich 1989 zum Vorstellungsgespräch mit Herrn Höhne, dem damaligen Schulleiter, ging und an der Friedhofsmauer der Baruther Straße entlangging, dachte, als ich den Hahn krähen hörte und durch den Zaun die Schafe sah, dass diese Schule doch wohl so schlimm nicht sein könne, wenn es dort diese Tiere gibt, dass da irgendetwas besonders und gut sein müsse. Den gleichen Gedanken hatten auch andere Menschen, Eltern, Kollegen- und auch Schüler. Da war auch etwas „dran“, wie sich später zeigte.
Ich finde es wichtig, dass man wieder etwas über die Lenauer Schafe auf der Internetseite lesen kann. Lange konnte man das nämlich und manche erinnern sich noch an das kleine Schaf, das oben über die Seite lief und das man anklicken konnte...

Nun, die Lenauer Schafe gibt es noch, aber nicht mehr auf dem kleinen Hof. Sie leben in einer Schäferei, 80 km von der LenauSchule entfernt und werden in Tagesausflügen von Kindern der LenauSchule besucht.
Darüber möchte ich gern berichten, auch, wie es vorher war und wie es heute ist.Dass es ihnen gut geht und wie sie leben. Und wer sie sind. Denn durch den starken Kontakt mit den Kindern und Erwachsenen haben sie eine große Offenheit für Menschen entwickelt, die etwas ganz Besonderes ist und die man sonst bei Schafen nicht so findet.
Demnächst werde ich jedes Schaf einmal vorstellen und zeigen, was wir mit seiner Wolle in der Schule schon hergestellt haben. Die Kinder im Wahlpflichtunterricht arbeiten mit der Wolle unserer Schulschafe und stellen schöne Dinge damit her.
Wolle ist ein ganz besonderes Material, besonders, wenn sie natürlich gelassen wird: Sie duftet gut und hält unglaublich warm.
Socken mit dieser Wolle lassen einen kalte Füße vergessen. Das weiß jeder, der diese Socken oder Hüttenschuhe einmal getragen hat. Das verbliebene Fett in der Wolle hält die Füße ganz, ganz warm.

Hier ist zum Beispiel ein Paar Socken abgebildet, Größe 39, das man für 10 Euro kaufen kann: Die Wolle ist von Hand gewaschen, gekämmt, gesponnen und gestrickt. Eine email an mich an die LenauSchule genügt: info@lenau.net

Die Wolle ist von Daphne. Sie hat wunderbare Strickwolle. Aus einem Pullover aus Daphnes Wolle möchte man gar nicht mehr heraus....

Daphne ist eine sehr selbstbewusste Schafsdame, die immer kommt und gestreichelt werden möchte. In letzter Zeit hat sie ein paar „Macken“ entwickelt, sie veranstaltet eine Art Zickenkrieg unter den weiblichen Tieren. Besonders Alma hat es schwer mit Daphne in der letzten Zeit. In der letzten Woche hängten wir Daphne auch eine Glocke um wie Alma eine trägt, damit sie vielleicht mit dem „anstößigen“ Verhalten aufhört, weil wir dachten, Daphne ist vielleicht eifersüchtig auf Almas Glocke... Leider hat es aber gar nichts gebracht. Die Familie Klingler, das sind die Besitzer der Schäferei in Garz bei Neuruppin, und ich hoffen jetzt auf den Frühling und das neu wachsende Gras. Vielleicht ist es Daphne ja einfach nur langweilig?? Auch ein homöopathisches Medikament hat sie schon bekommen, das hat aber noch keine Wirkung gezeigt.
Wir werden das weiter beobachten und hoffen, herauszufinden, warum sie sich so verhält, weil Daphnes Verhalten für die anderen weiblichen Schafe zur Zeit einfach nervig ist. Daphne ist 2001 geboren, sie hat mehrfach Kinder geboren, ihre letzten Lämmer hat sie durch Krankheit verloren. Danach war sie in einer Herde mit lauter Muttertieren untergebracht, drei Jahre lang bekam sie keine Lämmer mehr, obwohl alle anderen Schafe vom Schafsbock gedeckt worden waren, war sie nach dem Verlust ihrer Lämmer kinderlos geblieben. Man merkte, dass es ihr sehr schlecht ging, immer humpelte sie hinter den anderen Tieren mit großem Abstand hinterher. Sie fühlte sich vermutlich nach dem Schock des Verlusts ihrer Kinder in der Herde mit dem ganzen Mutterglück einfach nicht wohl.
Als ich das sah, habe ich sie in die Lenauer Herde übernommen. Dort fühlte sie sich vom ersten Moment an wohl und blühte richtig auf. Deshalb haben wir sie alle sehr lieb gewonnen. Sie hat schon eine eigenartige Persönlichkeit. Seitdem haben viele Leute schon Socken aus Almas Wolle bekommen.
Wie – werden manche denken – ein Schaf und „Persönlichkeit“? Wer Schafe kennt, weiß, dass das nicht übertrieben ist. Sie sind so unterschiedlich und von so großer Ausdrucksfähigkeit, dass man es kaum glauben kann, wenn man es nicht selbst mitbekommt.
Man muss aber sehr ruhig werden, wenn man mit einem Schaf kommunizieren will. Wie bei jeder Beobachtung muss man weniger Aktivität zeigen als das zu beobachtende Wesen. Bei einem Schaf muss man sehr ruhig werden, weil das Schaf sich sonst zurückzieht. Erst dann zeigt es seine Eigenschaften, und die sind wirklich sehr vielfältig.
Soweit zu Daphne!

Beim nächsten Mal werde ich ein anderes Schaf vorstellen.
Bis dahin-
viele Grüße!

Christa Brenner-Nees

Das Bild auf der grünen Wiese zeigt von hinten nach vorn Conny (15 Jahre), Nello, (9 Jahre), Thilus (9 Jahre) und Daphne (10 Jahre). An Conny, Nello und Thilus werden sich die älteren Lenauer Kinder noch erinnern. Sie standen immer am Zaun und ließen sich gern streicheln. Conny hat während ihrer Zeit an der Schule auf dem kleinen Hof viele Lämmer gehabt und war immer eine sehr gute Mutter, die für alle ihre Kinder Milch hatte, auch, wenn sie Zwillinge hatte. Sie ist eine ganz Sanfte und in sich Ruhende. Hier war sie noch gut bei Kräften. Das Bild ist wohl von 2009. Derzeit ist sie sehr schwach und wirkt sehr alt, aber wie froh ist sie, wenn sie im Sonnenschein auf der Wiese liegt! Man kann es ihrem Gesicht ansehen. Man könnte denken, sie lächelt dann. Wie sagte Ernesto, unser Schafscherer: Ja, das Altwerden ist nichts für Feiglinge.... Aber wir unterstützen die ganz alten Schafe auch sehr. Sie haben im großen Stall der Schäferei eine extra Abteilung, wo sie ungestört stehen, liegen und fressen können. Das mögen sie sehr. Jeden Tag lässt Herr Klingler sie für ein paar Stunden ins Freie, und das nutzen sie sehr gern. Genauso gern gehen sie abends wieder in ihr „Altenheim“ zurück, wo sie die Nacht verbringen. Mit Connys Wolle haben wir schon viele Dinge gefilzt. Sie hat so schöne Löckchen. Ihre Wolle lässt sich gut filzen. Die Löckchen kann man gut zur Dekoration von Filzarbeiten benutzen.

Das andere Bild zeigt Daphne, so voller Kraft und Energie, wie sie gerade ist. Sie sucht sehr die Nähe der Menschen und ist dankbar für jedes Streicheln. Dann hält sie lange ihren Kopf hin und lässt sich auch den Rücken kraulen. Ihr Verhalten den anderen Schafen gegenüber ist schon etwas besser geworden. Man sieht, welch eine schöne Wolle sie an sich trägt.... Es gibt schon eine ganze Anzahl Menschen, die Socken oder Hüttenschuhe aus Daphnes Wolle tragen. Diese Wolle lässt sich nur stricken. Man kann sie aber auch färben. Ein Versuch mit der Pflanze Rainfarn im letzten Jahr ergab ein sehr schönes Hellgrün der Wolle. Ich finde es beim Tragen der Produkte aus der Wolle der Lenau-Schafe angenehm zu wissen, dass die Tiere sich wohl fühlen. Dass es ihnen gut geht. So hat man auch mehr Freude an dem Produkt, jedenfalls mir geht es so.