Gewalttätigkeit steht nicht am Anfang, sondern ist fast immer letzte Antwort auf missglückte Kontakte und Verständigungsprozesse. Oft stecken dahinter Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen und es werden mit zerstörerischen und verletzenden Handlungen Ängste
und Unterlegenheitsgefühle überdeckt.
Somit ist die Aufgabe einer primären Gewaltprävention, sich um den Aufbau von gelungenen Kommunikationsstrukturen zu bemühen, in denen die Bedürfnisse und Gefühle des Einzelnen wahrgenommen werden.
Dabei ist der “gekonnte“ Umgang mit eigenen und fremden Ängsten und Aggressionen Erziehungsziel.
In Auseinandersetzungen liegt immer die Chance, die eigene Person und die des anderen zu erforschen und besser kennen zu lernen. Und nicht zuletzt: Reibung erzeugt Wärme.
Um im Kollegium zu einer aufeinander abgestimmten, mehrheitlich getragenen Form des Umgangs mit Konflikten und Gewalt zu finden, tauschen sich Erzieher/innen und Lehrer/innen in regelmäßigen Teamsitzungen und im Rahmen der schulischen Gremien über ihr Vorgehen
aus und stimmen sich ab.
Darüber hinaus haben wir uns auf weitere Maßnahmen zur Gewaltprävention geeinigt.
Im Rahmen eines Mediationsgesprächs wird den Streitpartnern zunächst geholfen, sich gegenseitig mitzuteilen, wie sie den Konflikt wahrgenommen haben und welche Gefühle sie bewegen. Im weiteren Verlauf
des Gespräches formulieren die Streitpartner dann Wünsche, die sie aneinander haben und finden unter Anleitung der dritten Person selbst zu einer Lösung ihres Konflikts, der in einem Vertrag festgehalten wird.
An unserer Schule gibt es zwei fest installierte Instanzen, die in Mediation ausgebildet sind:
Die Schüler entscheiden selbst, in wie vielen Pausen sie als Konfliktlotsen zum Einsatz kommen wollen, mindestens jedoch einmal wöchentlich, höchstens dreimal wöchentlich.
Die Verantwortung für die Hofaufsicht verbleibt bei den für die Hofaufsicht eingeteilten Erwachsenen. Die Konfliktlotsen unterstützen sie lediglich in ihren Aufgaben
Die Konfliktlotsen bieten sich in den Pausen als Gesprächspartner an und zeigen sich, gekennzeichnet durch ein auffälliges T-Shirt, auf dem großen Schulhof präsent.
In Konfliktfällen rufen sie die Hofaufsicht oder versuchen in leichten Fällen selbst zu vermitteln. Die Hofaufsicht bittet die Konfliktlotsen in geeigneten Streitfällen um ein Mediationsgespräch.
Den Konfliktlotsen steht ein Raum zur Verfügung, der einen direkten Zugang zum großen Pausenhof unserer Schule hat. Hier führen sie ihre Mediationsgespräche durch. In der Pause begonnene Mediationsgespräche dürfen von den
Konfliktlotsen auch in die Unterrichtszeit hineingezogen werden, maximal jedoch 15 Minuten. Die Streitpartner erhalten dann einen von den Konfliktlotsen unterschriebenen Zettel, den sie dem unterrichtenden Lehrer vorlegen. Auf diesem Zettel steht die genaue Uhrzeit, zu der das Mediationsgespräch beendet wurde. Sollte ein Konflikt nicht im ersten Gespräch geklärt werden können, berufen die Konfliktlotsen einen Folgetermin ein, über den der Klassenlehrer mit einem Zettel informiert wird.
Die Konfliktlotsen führen ihren Dienst und die anfallenden Mediationen selbständig und freiwillig durch und sind zur Unparteilichkeit verpflichtet.
Mediationsgespräche mit Klassenkameraden sollten möglichst vermieden werden.