Die Lenau-Grundschule ist eine gebundene Ganztagsgrundschule
in der
Nostitzstraße 60
in 10961 Berlin-Kreuzberg
Tel: 030-818588-11 (Sekretariat)
Email: sekretariat@lenau.schule.berlin.de
Soziales Lernen und Gewaltprävention
Auf dem Weg zur gelungenen Kommunikation
Soziales Lernen ist Erziehungsprinzip an der Lenau-Schule und findet in der täglichen Arbeit aller an der Schule pädagogisch Tätigen seinen Platz in Form von Übungen, Spielen, Erarbeitung von Klassenregeln und Konfliktgesprächen mit Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, die Kinder zu einem konstruktiven und friedlichem Umgang mit Konflikten anzuleiten.

Gewalttätigkeit steht nicht am Anfang, sondern ist fast immer letzte Antwort auf missglückte Kontakte und Verständigungsprozesse. Oft stecken dahinter Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen und es werden mit zerstörerischen und verletzenden Handlungen Ängste und Unterlegenheitsgefühle überdeckt.
Somit ist die Aufgabe einer primären Gewaltprävention, sich um den Aufbau von gelungenen Kommunikationsstrukturen zu bemühen, in denen die Bedürfnisse und Gefühle des Einzelnen wahrgenommen werden.
Dabei ist der “gekonnte“ Umgang mit eigenen und fremden Ängsten und Aggressionen Erziehungsziel.
In Auseinandersetzungen liegt immer die Chance, die eigene Person und die des anderen zu erforschen und besser kennen zu lernen. Und nicht zuletzt: Reibung erzeugt Wärme.

Um im Kollegium zu einer aufeinander abgestimmten, mehrheitlich getragenen Form des Umgangs mit Konflikten und Gewalt zu finden, tauschen sich Erzieher/innen und Lehrer/innen in regelmäßigen Teamsitzungen und im Rahmen der schulischen Gremien über ihr Vorgehen aus und stimmen sich ab.
Darüber hinaus haben wir uns auf weitere Maßnahmen zur Gewaltprävention geeinigt.

Mediation
Für die an einem Konflikt Beteiligten ist es in der Regel schwierig, Verhaltensregeln konstruktiver Konfliktbearbeitung einzuhalten. „Zu sehr sind sie im Konflikt und in ihren jeweiligen Sichtweisen gefangen. Leichter wird es, wenn eine dritte Person – gleichsam von außen – den Beteiligten hilft, die Grundregeln des Umgangs miteinander zu beachten, die Kommunikation zu sichern und nach Lösungen zu suchen. Dafür gibt es eine ausgearbeitete Methode, die Mediation.“ (Faller u.a., S.12)

Im Rahmen eines Mediationsgesprächs wird den Streitpartnern zunächst geholfen, sich gegenseitig mitzuteilen, wie sie den Konflikt wahrgenommen haben und welche Gefühle sie bewegen. Im weiteren Verlauf des Gespräches formulieren die Streitpartner dann Wünsche, die sie aneinander haben und finden unter Anleitung der dritten Person selbst zu einer Lösung ihres Konflikts, der in einem Vertrag festgehalten wird.
An unserer Schule gibt es zwei fest installierte Instanzen, die in Mediation ausgebildet sind:

Konfliktlotsen

Die Idee, Schüler als Mediatoren auszubilden setzt an der Idee der Peer-Group-Education an und hat sich in Berlin an vielen Schulen bewährt. Für Mediatoren an der Grundschule ist die Bezeichnung Konfliktlotse gebräuchlich geworden.
Wir bilden seit dem Schuljahr 2002/03 an unserer Schule Konfliktlotsen aus. Die Ausbildung wird für Schüler/innen der vierten Jahrgangsstufe angeboten, dauert ein Schuljahr und wird als fakultative Arbeitsgemeinschaft durchgeführt. Die Ausbildung konzentriert sich im ersten Teil auf das Erkennen und Wahrnehmen von Gefühlen. Im weiteren Verlauf der Ausbildung erlernen die Schüler/innen das Mediationsverfahren und führen hierzu eine Vielzahl von Rollenspielen durch.
Je nach Eignung werden die SchülerInnen dann in den Schulhofpausen als Konfliktlotsen eingesetzt (frühsten im zweiten Schulhalbjahr, spätestens nach Beendigung des Schuljahres).

Die Schüler entscheiden selbst, in wie vielen Pausen sie als Konfliktlotsen zum Einsatz kommen wollen, mindestens jedoch einmal wöchentlich, höchstens dreimal wöchentlich. Die Verantwortung für die Hofaufsicht verbleibt bei den für die Hofaufsicht eingeteilten Erwachsenen. Die Konfliktlotsen unterstützen sie lediglich in ihren Aufgaben
Die Konfliktlotsen bieten sich in den Pausen als Gesprächspartner an und zeigen sich, gekennzeichnet durch ein auffälliges T-Shirt, auf dem großen Schulhof präsent. In Konfliktfällen rufen sie die Hofaufsicht oder versuchen in leichten Fällen selbst zu vermitteln. Die Hofaufsicht bittet die Konfliktlotsen in geeigneten Streitfällen um ein Mediationsgespräch.

Den Konfliktlotsen steht ein Raum zur Verfügung, der einen direkten Zugang zum großen Pausenhof unserer Schule hat. Hier führen sie ihre Mediationsgespräche durch. In der Pause begonnene Mediationsgespräche dürfen von den Konfliktlotsen auch in die Unterrichtszeit hineingezogen werden, maximal jedoch 15 Minuten. Die Streitpartner erhalten dann einen von den Konfliktlotsen unterschriebenen Zettel, den sie dem unterrichtenden Lehrer vorlegen. Auf diesem Zettel steht die genaue Uhrzeit, zu der das Mediationsgespräch beendet wurde. Sollte ein Konflikt nicht im ersten Gespräch geklärt werden können, berufen die Konfliktlotsen einen Folgetermin ein, über den der Klassenlehrer mit einem Zettel informiert wird.
Die Konfliktlotsen führen ihren Dienst und die anfallenden Mediationen selbständig und freiwillig durch und sind zur Unparteilichkeit verpflichtet.
Mediationsgespräche mit Klassenkameraden sollten möglichst vermieden werden.