Die Lenau-Grundschule ist eine gebundene Ganztagsgrundschule
in der
Nostitzstraße 60
in 10961 Berlin-Kreuzberg
Tel: 030-818588-11 (Sekretariat)
Email: sekretariat@lenau.schule.berlin.de
Sprachförderung

Organisation des Sprachförderunterrichts
Der Lenau-Schule stehen im Schuljahr 2008/2009 85 Lehrerstunden für die Sprachförderung zur Verfügung.

Der Sprachförderunterricht wird überwiegend parallel zum laufenden Unterricht organisiert. Zum Teil findet er parallel zur Freizeitbetreuung statt und ist in Einzelfällen klassenübergreifend eingerichtet.

Die Klassen- bzw. Fachlehrer/innen einer Klasse erteilen in der Regel auch den Sprachförderunterricht, da sie die Kinder und das Gesamtgeschehen im Unterricht kennen und den Sprachförderunterricht so am besten in den Gesamtzusammenhang stellen können.

Ziele, Inhalte und Methoden des Sprachförderunterrichts
Mit der Sprachförderung soll erreicht werden, dass die Schüler/innen deutsche Sprachstrukturen und die deutsche Grammatik erlernen und verinnerlichen und ihren Wortschatz so erweitern, dass sie Gesprächen und Sachthemen folgen und ihre Gedanken und Gefühle mündlich und schriftlich artikulieren können.
Die Ziele des Unterrichts orientieren sich an den Rahmenlehrplänen für Deutsch und Deutsch als Zweitsprache.

Vorrangige Methoden sind neben den speziellen Übungen zur Alphabetisierung in den 1. Klassen

  • Sprach-, Rollen- und Lernspiele,
  • Textproduktionen,
  • Erschließung von Texten und
  • Verfassen von Referaten.
Die Schaffung von alltagsbezogenen, handlungsorientierten Sprechanlässen und von Möglichkeiten für die Kinder, ihr im Sprachförderunterricht erworbenes Wissen und Können in ihre Klasse einzubringen (z. B. durch Rollenspiele oder Referate) ist didaktischer Grundsatz.

Die Sprachförderung ist an der Lenau - Schule Grundsatz in jedem Unterricht. Daher richten sich auch die Inhalte des Sprachförderunterrichts nach dem gesamten unterrichtlichen Geschehen in der jeweiligen Klasse.
Die Fach- und Förderlehrer/innen verständigen sich darüber, in welchen Bereichen des aktuellen Unterrichts die entsprechenden Kinder eine spezielle sprachliche Förderung benötigen.
In individuellen und differenzierten Übungen werden diese Schüler/innen an die jeweiligen Themen herangeführt. Häufige Übungsformen sind

  • die Erarbeitung von vereinfachten Sachtexten,
  • Klärung und Verdeutlichung neuer Begriffe,
  • Angeleitete Gespräche über ein Sachthema oder einen literarischen Text,
  • Beratung bei der Verfassung eigener Texte,
  • Übungen zur Einprägung von Sprachstrukturen, z. B. für die Präsentation von Gedichten, Referaten oder Rollenspielen vor der Klasse und
  • handlungsorientierte Einführungen von Begriffen in Anbindung an Klassenprojekte
Sprachförderung als Prinzip der gebundenen Ganztagsschule
Als gebundene Ganztagsgrundschule bietet die Lenau-Schule gute Voraussetzungen für eine umfassende Förderung der Sprachentwicklung ihrer Schülerinnen und Schüler. Denn auch über den Unterricht hinaus werden die Kinder vielfältig angeregt, Sprache aufzunehmen und anzuwenden.
So sprechen die Erzieher/innen mit den Kindern in den Klassen täglich über aktuelle Themen oder Konflikte zwischen den Kindern. Vorlesen gehört zum Teil zum Gruppenritual. Das Einüben von Sketchen, kleinen Theaterstücken und Rollenspielen mit anschließender Aufführung bei einem besonderen Anlass ist eine beliebte Beschäftigung.
Außerdem werden viele schulische Vorhaben und Projekte mit dem Ziel gewählt, die Sprachentwicklung der Kinder zu fördern.

Die im Entwicklungsvorhaben "Lesekultur" des Schulprogramms dargestellten Maßnahmen beinhalten umfassend die Schulung des Verständnisses und der Anwendung von Sprache der Kinder. Dazu gehören

  • In den Klassen 1 bis 4 arbeiten möglichst zwei Lehrerinnen so eng zusammen, dass beide den Überblick über sämtliches unterrichtliche und pädagogische Geschehen haben. Wenn es organisatorisch nötig ist, können der Sport-, Musik- oder Kunstunterricht ausgelagert werden.
  • die Lesepaten, die mit Kindern in kleinen Gruppen erzählen, vorlesen, Gelesenes besprechen oder transformieren,
  • die Bibliothek mit ihren besonderen Aktivitätsangeboten,
  • das Elterncafé und die Bücherkinos,
  • die Ferienbuchkisten,
  • die Familienkoffer in der Schulanfangsphase und
  • die jährlichen Lesefeste der Schule, bei denen alle Klassen präsentieren, wie sie ihre Beschäftigung mit Literatur umsetzen (siehe Programmbeispiele im Anhang)

Schon viele Jahre betreibt eine Erzieherin die Schreibwerkstatt. Dort arbeitet sie mit jeweils höchstens sechs Kindern der 3. bis 4. Klassen, die individuelle Texte verfassen, entweder zu gemeinsam ausgewählten oder auch eigenen Themen.
In der Schreibwerkstatt entsteht auch eine Schülerzeitung, die ungefähr viermal im Jahr erscheint.

Im Schuljahr 2007/2008 wurde sehr erfolgreich in zwei Klassen ein Erzählprojekt mit der professionellen Geschichtenerzählerin Suse Weise durchgeführt.
Dabei bekamen die Kinder den Auftrag, sich von ihren Eltern oder Verwandten ein wichtiges Erlebnis aus deren Leben erzählen zu lassen.
In der Schule lernten die Kinder mit Suse Weise in kleinen Gruppen von diesem Erlebnis so zu erzählen, dass es für ein Publikum anschaulich und spannend ist.
Den Abschluss des Projekts bildete ein Elternnachmittag, bei dem die Kinder ihre Geschichten präsentierten. Dabei gab es anrührende Szenen und viel Applaus, Anteilnahme und Begeisterung von den Eltern.
Weil dieses Projekt so erfolgreich war, soll es im Schuljahr 2008/2009 mit anderen Klassen fortgesetzt werden.

Auch ein Theaterstück mit sprachpädagogischem Inhalt für die Kinder der Schulanfangsphase wurde von einer Erzieherin organisiert. Das Stück "Raus mit der Sprache - rein in die Sprache!" von Maria Steinmetz von der TU Berlin wurde in der Turnhalle aufgeführt und von den Kindern begeistert angenommen.
Für Lehrer/innen und Erzieher/innen gab es Begleitmaterial dazu, um weitere Übungen in Unterricht und Freizeit anzuregen (siehe Anhang).

Ab dem Schuljahr 2008/2009 nimmt die Lenau-Schule am TUSCH-Projekt im Bereich Bewegungstheater teil.
Außerdem wird Suse Weise in der Schulanfangsphase den Kindern wöchentlich Märchen erzählen, um mit der komplexen Sprache der Märchen auf sprachlich hohem Niveau eine kindgemäße Brücke zur Schriftsprache zu bauen.